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Verstehen wir die Welt nicht mehr – oder reichen einfach nur die Erklärungsmuster nicht mehr aus, mit denen wir sie bisher zu verstehen glaubten?
Die Welt ist sehr komplex geworden. Informationen über entfernteste Ereignisse, die wir über simple Smartphones in globaler Gleichzeitigkeit abrufen, können den erlebten Kontrollverlust nicht kompensieren. Die Dynamik einer entgrenzten Finanzwirtschaft, Re-Nationalisierung und Ent-Säkularisierung als Auslöser geopolitischer Verunsicherung, technologische Revolutionen mit all ihren Licht- und Schattenseiten: von all diesen Feldern der neuen Un-Übersichtlichkeit kennen wir unzählige Details, das Gesamtbild aber bleibt unsichtbar.
Zugleich stellen wir staunend fest, dass wesentliche Phänomene, die unser tägliches Leben maßgeblich beeinflussen, unsichtbar sind. Schwerkraft, Gedanken, Zeit, Gene, Vertrauen – genau das macht uns Menschen neugierig, hinter die Kulissen zu schauen, ist eine Triebfeder für Forschung und Entdeckergeist, spornt uns an, tiefer den Geheimnissen unserer Welt auf die Spur zu kommen.
Die GLOBART Academy als Atelier der Zukunft geht einigen dieser Fragen auch in diesem Jahr wieder nach:
Wird das Weltall, dessen entfernteste Galaxien wir rastlos sichtbar zu machen versuchen, zur unsichtbaren Mülldeponie oder zur Quelle neuer Entdeckungen für den Menschen? Was bedeutet eine transparente Gesellschaft – und wie schaffen wir es wieder, digital unsichtbar zu werden und unsere Privatheit zu retten? Was macht unser Denken aus? Bestimmen unsichtbare Zeitregime unser Leben? Was macht das mit uns? Führt soziale Beschleunigung zu sozialer Entfremdung? Warum ist Lachen ansteckend? Welche Rolle spielt intuitive Kommunikation, was können Spiegelneuronen in therapeutischen Prozessen bewirken? Werden Gefühle und Empathie durch Roboter sichtbar? Folgt auf die Gesichtserkennung die Aufschlüsselung unserer geheimsten Gedanken? Auch Gene sind für das menschliche Auge unsichtbar. Sie sind, wie es Markus Hengstschläger formuliert, wie Bleistift und Papier. Können wir sie nützen, um die Geschichte unseres Lebens selber zu schreiben? In dieser Freiheit hat auch Adam Smith, Aufklärer und Moralphilosoph gedacht, als er das Funktionieren des Marktes an Spielregeln knüpfte. Seine "unsichtbare Hand" setzte die Einhaltung selbstverständlicher moralischer Grundregeln voraus. Sind sie auch heute noch ausreichend?
Im Rahmen der GLOBART Academy wollen wir uns all diesen Themen stellen. Wir freuen uns auf spannende vier Tage, um mit Hirn, Herz und Hand vieles sichtbar zu machen, auf Geschichten einer anderen Praxis und einen lebendigen Austausch für eine enkeltaugliche Zukunft.
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Do we really have problems in understanding the world today – or are the patterns by which we understand just not sufficient anymore?The world has become very complex. The loss of control cannot be compensated by simply retrieving information on the most distant events via our smartphone, like a form of global simultaneousness. The dynamics of a borderless finance, re-nationalisation and de-secularisation as a trigger of geopolitical uncertainty, technological revolutions with all their bright and dark sides: we know countless details from all these zones of new in-clarity, but the overall picture remains invisible.+++Simultaneously we realise with astonishment, that essential phenomena influencing our daily lives are invisible. Gravitation, thought, time, genes, trust – that's what makes us people curious to see behind the curtain. They are the driving force for research and our exploratory spirit and therefore urge us to dig deeper into the secrets of our world.As the years before, the GLOBART Academy as a workshop for future related topics will pursue some of these questions:
Will the universe, whose most distant galaxies we restlessly try to make visible, become an invisibly dump or a source of new discoveries for the human kind? What is a transparent society - and how can we return to being digitally invisible and thereby save our privacy? What constitutes our thinking? Do invisible time regimes determine our lives? What does that do to us? Does social acceleration possibly lead to social alienation? Why is laughter contagious? What is the role of intuitive communication and how can mirror neurons influence the success of therapeutic processes? Can robots make our emotions and empathy visible? Does the classification of our most confidential thoughts follow the facial recognition? Genes are also invisible to the human eye. They are, as stated by Markus Hengstschläger, like pencil and paper. Can we maybe use them to write our lives’ history by ourselves?At the GLOBART Academy we want to confront ourselves with these subjects. We look forward to four exciting days, which will show the possibilities of making things visible by means of our hearts, hands and brains. New stories and innovative practices will offer a path to spirited discussions and a generation-friendly future.
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