Ein Grashalm wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
Unser Alltag wird bestimmt von Eile, Stress, ständige Erreichbarkeit.
Entschleunigung scheint das Gebot der Stunde zu sein.
Im Rahmen der 11. GLOBArt Academy werden ZeitforscherInnen, Philosophen, KünstlerInnen, ArchitektInnen, MedizinerInnen, TheologInnen, ExpertInnen aus Wirtschaft und Politik, TherapeutInnen und SchlafforscherInnen dieses Thema diskutieren und Möglichkeiten anbieten, die Langsamkeit neu zu erproben, die Eigenzeit zu entdecken - im Rahmen von Vorträgen, Workshops, Atemtraining, Qi Gongübungen, Kamingesprächen, in der Begegnung mit Menschen.
„Wer zu schnell ist, der verpasst das Leben“, sagt der Münchner Zeitforscher Karlheinz Geißler. Die Frage der Zeit führt mitten hinein in das Spannungsfeld von
• Natur und Kultur
• Wirtschaft und Politik
• Technologie und Wissenschaft
III. Vortrag
“Der langsame Weg in die Freiheit. Stationen eines schwierigen Prozesses“
Es geht um Tempi, andere Zeitbegriffe und Rhythmen von Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Bedürfnissen. Das betrifft uns alle! Im Beruf, im künstlerische Schaffen und im täglichen Zusammenleben.
Die Tempo-Exzesse der Industriegesellschaft führen in eine ökonomische, ökologische, soziale und psychologische Sackgasse. Elektronische Entschleunigung, e- mail, Internet, Werbung, Chat rooms, Cybernormaden“. Dieser Workshop geht der Hetzte, in die uns die Mobilität und Elektronik bringt, auf den Grund. Das Programm des Workshops wird in Kooperation mit der Industriellenvereinigung gestaltet.
Erinnern – Vergessen. Im Zusammenspiel von Gedächtnis und
Wahrnehmung gewinnt das Leben eines Menschen seine Konturen. Im Zeitbruch leben ist in einem bestimmten Sinne ein Glücksfall: ein Aus-dem-Glück-Herausfallen.
Im deutschsprachigen Raum weiß man aus einer EMNID-Studie, dass 40% der Bevölkerung einen Mittagsschlaf halten würden, wenn sie dürften. Im Gegensatz zu Südeuropa, wo das Lärmen um die Mittagszeit streng verboten ist oder in China, wo 'dem arbeiteten Volk' verfassungsmäßig das Recht auf Ruhe zugestanden wird, was lange Zeit als eine dreistündige Mittagsruhe interpretiert wurde. Die japanische Schlafkultur dagegen ist geprägt von wenig Nachtschlaf (im Schnitt eine Stunde weniger als in Europa) Jede Gelegenheit wird allerdings untertags für ein Nickerchen genutzt. Der Schlaf in der Öffentlichkeit wird akzeptiert, sei es im Zug, beim Konzert, im Unterricht oder in Sitzungen.
ATEMRÄUME
V. Vortrag
Univ. Prof. Dr. Wang Cizhao, Musikwissenschafter, Kulturphilosoph, Direktor des Konservatoriums, Peking
„Allegro auf chinesisch“
Das Phänomen der Geschwindigkeit westlicher und östlicher Musik in ihrer Wechselwirkung auf die Gesellschaft“
VI. Vortrag
Christiane Oppermann, Wirtschaftjournalistin
„ Slow News statt Fast News“
Nachrichten, Informationen, News – der Flut von Meldungen aller Art kann sich kaum jemand entziehen. Immer schneller, immer spektakulärer, oft aber auch immer banaler branden sie aus aller Welt auf uns ein. Zu jeder Zeit, an jedem Ort. Doch macht uns die totale Information schlauer oder wissender? Auf der Strecke bleiben bei dem medialen Overkill Substanz und Analyse der Inhalte. Die Befindlichkeit von Popstars hat längst einen höheren Stellenwert als wichtige politische oder wirtschaftliche Ereignisse. Die Folgen sind schon heute unübersehbar: Meinungsmacher in Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft müssen ihre Anliegen auf Schlagworte reduzieren, wenn sie im Konzert der Banalitäten gehört werden wollen. Für einen Diskurs der Ideen bleibt keine Zeit mehr.
Wer jedoch die zunehmende Verflachung aufhalten will, muss neue Voraussetzungen schaffen, damit auch Slow News wieder eine Chance in der medialen Welt haben.
ATEMRÄUME
15:00-18:00
IV. Workshop
Zeit ist Geld
Manchmal sind Sekunden entscheidend. Wer dann zögert, hat ein Problem. Und wer nicht zögert, erst recht.
An den globalen Finanzmärkten können Sekunden eine Ewigkeit sein.
Dr. Stefan Zapotocky ( Vorstand BAST AG),
Univ.Prof. Dr. Rudolf Taschner , Univ. Prof. Dr. Manfred Deutsch ( FA für Chirurgie: Gefäßchirurgie), Christine Oppermann(Wirtschaftsjournalistin), Univ. Prof. Dr. Peter Heintel
Mit Unterstützung der Raiffeisen - Bankengruppe NÖ - Wien
V. Workshop
Das olympische Spiel 2008 „schneller – weiter – höher“ im Vergleich Asien – Europa
Ist dieses olympische Motto auch bestimmend für den Wirtschaftsmarkt? Zählen für Europa nicht heute schon andere Kategorien jenseits des bloßen Wettbewerbs (soziale Rahmenbedingungen, ökologische Verantwortung als Eckpfeiler einer modernen Marktwirtschaft)
Welche Wege beschreitet Europa im Vergleich zu China?
Univ. Prof. DDr. Wolfgang Dietrich (Politologe,Universität Innsbruck), Uni. Prof Dr. Hans Peter Dürr (Max Planck Institut München), Mag. Monika Elsik (WIFI), Kevin Liu (Atmosa Petrochemie, Chinaexperte), Dr. Fred Luks (Österreichisches Institut für Nachhaltige Entwicklung)
Komponieren heißt: sich ganz aus dem Alltag herausnehmen.
Der Komponist wird gemeinsam mit den Workshop-Teilnehmern an Hand von Liedtexten Emotion und Zeit ausdrücken.
Instrumente können mitgebracht werden.
VII. Workshop
KÖRPERRYTHMEN UND ENTSCHLEUIGUNG
Das Erleben der Entschleunigung am eigenen Instrument Körper
Ein wesentlicher Anteil der Gesunderhaltung liegt in der Korrelation und Synchronisation unserer biologischen Rhythmen, in der Rückkehr zum individuellen Atemeigenrhythmus, einer gesunden Schlafarchitektur, der Beachtung rhythmischer Abläufe, Bedingungen, denen wir von außen und von innen unterworfen sind. Diesen im Sinne der Salutogenese mehr Beachtung zu schenken, könnte eine neue Kultur der Prävention einläuten. Ein Workshop, in dem Erkenntnisse aus der chronobiologischen Forschung mit der Praxis des realen körperlichen BEGREIFENS und TUNS in Verbindung treten.